Europäisches Institut Für Ayurveda Medizin
Ayurveda Kochkurs Ayurveda als Integrativ Medizin

Ayurveda Fachworkshop in Kooperation mit der Gujarat Ayurveda Universität vom 08. Bis 15. November 2019 mit Schwerpunkt Hauterkrankungen

Ayurveda: Eine Hauterkrankung beginnt mit dem Verlust des natürlichen Gleichgewichts

Die Haut ist das Spiegelbild von Körper und Geist

Die Haut ist das größte Organ des menschlichen Körpers, das sich in einem komplizierten Stoffwechselvorgang stetig erneuert. Nach ayurvedischer Lehre gelten Hauterkrankungen als Manifestationen von Erkrankungen im Körper und sind sehr wichtig für die Diagnostik, denn die Haut wird als Spiegelbild des Innenlebens gesehen. Ist sie krank, bedeutet dies im ganzheitlichen Ansatz des Ayurveda, dass ein Verlust des natürlichen Gleichgewichts vorliegt. 

von Vaidya Kiran Naik und Vaidya Himanshu Joshi 

Gemäß der jahrtausendalten Medizinlehre des Ayurveda besteht der menschliche Körper aus strukturellen Elementen (unter anderem Haut, Knochen, verschiedene Gewebearten und feine Kanalsysteme) und aus energetischen Komponenten (der feinstoffliche beziehungsweise „subtile“ Körper). Unter den Energien, die im Körper wirken, sind die drei Doshas (Bioenergien) Vata (zugeordenete Elemente: Luft und Äther), Pitta (Feuer und Wasser) und Kapha (Erde und Wasser) die wichtigsten. Die Doshas benennen auch die Konstitutionstypen, die jedem Menschen individuell zugeordnet sind. Ist beispielsweise Vata die vorherrschende Lebenskraft, spricht man von einem Vata-Typ.

Das harmonische Gleichgewicht dieser drei Lebensenergien im Körper spiegelt sich in der physischen und psychischen Gesundheit eines Menschen wider. Wenn die Doshas in ihrer jeweiligen natürlichen Balance sind, ist der Mensch körperlich und geistig im optimalen Gesundheitszustand.

 Hilfe bei kranker Haut?

Gesunde Haut: Harmonisches Zusammenspiel von Körper, Sinnen und Geist

 

Ayurveda kann bei Hautkrankheiten wie Akne, Neurodermitis und Psoriasis eingesetzt werden, um das eigene Wohlbefinden und Selbstvertrauen sowie eine gesunde Haut zu fördern. Im klassischen Ayurveda werden auch die Hauttypen in die drei Doshas Vata, Pitta und Kapha unterteilt – jeder dieser drei Typen hat jeweils ganz eigene Merkmale, durch die auf eine individuelle Behandlung geschlossen wird. Nach ayurvedischer Lehre hängt der Heilprozess besonders von den inneren Vorgängen ab, die durch eine gesunde Ernährung und Lebensweise verbessert werden. Die ganzheitliche Betrachtung bei Hauterkrankungen stellt eine Chance dar, durch ayurvedische Medizin einen stabileren Hautzustand zu erreichen. Die Haut ist gesund, wenn sie alle benötigten Nährstoffe erhält und die Doshas im Gleichgewicht sind. 

Die Haut aus ayurvedischer Sicht 

Die Haut (Sanskrit: Tvak) als das größte Organ des menschlichen Körpers ist gleichzeitig unsere Begrenzung zur Außenwelt und Kontaktfläche, mittels der wir mit unserer Umwelt kommunizieren.

Hauterkrankungen hängen nach ayurvedischer Vorstellung eng mit dem Stoffwechsel von den Nahrungsessenzen (Rasa), Blut (Rakta) und Muskelgewebe (Mamsa) zusammen. Die Haut ist vor allem Sitz der Bioenergie Pitta, aber auch Vata (enthalten im Tastsinn) und Kapha (als Talg) manifestieren sich hier. Nach ayurvedischer Sicht sind die sieben Schichten der Haut ein sogenanntes „Nebengewebe“ (Upadhatu) des Muskelgewebes Mamsa Dhatu.

Hautkrankheiten  werden meist durch Störungen dieser sieben Hauptfaktoren verursacht: Vata, Pitta, Kapha, Tvak, Mamsa Dhatu, Rakta Dhatu (rote Blutkörperchen, Blutgewebe) und Rasa Dhatu (Lymphe).

Als Beispiel: Die Haut steht unter dem starken Einfluss des Nähstoffsaftes und des Blutes. Bei einem Ungleichgewicht von Ersterem kommt es zu einem Spannungszustand und Problemen mit der Hautfeuchtigkeit, bei Zweiterem zu Trockenheit und vermehrter Faltenbildung, was in der Folge zu verschiedenen Hautkrankheiten führen kann.

In den ayurvedischen Schriften wird eine Vielzahl von Hauterkrankungen beschrieben. Bei der Heilung und Gesunderhaltung stehen vor allem drei Faktoren im Fokus, die bei einer Dysbalance auch als Auslöser gelten: Ernährung, Lebensführung und die Psyche. Genau hier setzt die traditionelle ayurvedische Therapie an, ergänzt durch manuelle und ausleitende Verfahren sowie Phytotherapie.

 

Diagnose der Hauterkrankungen

Die Diagnose beginnt  mit einer Untersuchung der Konstitution (Prakrti) und des energetischen Ungleichgewichts (Vikrti). Für eine ganzheitliche Diagnose werden neben dem Hautzustand auch die geistige Gesundheit, der Lebensstil und die Ernährungsgewohnheiten betrachtet. Als diagnostische Werkzeuge kommen vor allem die Pulsdiagnose, Augendiagnose, Lippendiagnose und die Zungendiagnose zum Einsatz. Der Ayurveda-Arzt untersucht die Haut mit verschiedenen Sinnen und unterscheidet nach Pigmentierung, Glanz, Farbe und Aufnahmefähigkeit. Bei der Untersuchung der Krankheit sind Krankheitsursache, Früherkennung der Symptome, manifestes Krankheitsbild, Möglichkeiten der Linderung und der Krankheitsverlauf zu berücksichtigen. Die Untersuchungsergebnisse liefern ein Verständnis für den individuellen Entwicklungsverlauf der Krankheit, woran anschließend die Therapie angepasst wird.

Therapie der Hauterkrankungen

In der Lehre des Ayurveda geht es darum, die Gesundheit zu fördern und zu erhalten, anstatt lediglich Krankheiten und deren Symptome zu bekämpfen. Der ayurvedische Ansatz, der ganz auf die individuelle Konstitution des Patienten zugeschnitten wird und die aus der Balance geratenen Doshas wieder ausgleichen will, ist ganzheitlich. Im erständnis des Ayurveda sind der Körper und die Psyche untrennbar miteinander verbunden, bedingen sich gegenseitig und müssen für eine Gesundung wieder in denAusgleich gebracht werden. Auch dem Immunsystem, dem in der Schulmedizin bei Überreizung Allergien oder Autoimmunerkrankungen zugeschrieben  werden, kommt im Ayurveda eine etwasandere Bedeutung zu: Im ayurvedischen Konzept des Immunsystems (Ojas) wird es als ausgleichend wirkender Puffer für die Doshas betrachtet. Eine hohe Aktivität gilt nicht als negativ. Krankheiten ergeben sich eher aus einem Mangel an Ojas, der durch ein zu schwaches Verdauungsfeuer (Agni) und sich deswegen im Körper ansammelnder Giftstoffe (Ama) bedingt wird.

 

Zu Beginn jeder Therapie steht die Stärkung des Verdauungsfeuers (Agni). Sobald das Verdauungsfeuer stabilisiert ist, beginnt man mit fünf Therapiesegmenten: 

  • Ernährung: Diätplan, abgestimmt auf individuelle Konstitution und Gesundheitszustand 
  • Lebensführung: Yoga und Meditation sowie Regelmäßigkeiten gemäß der ayurvedischen Tagesroutine 
  • Shamana-Therapie : Ayurvedische Kräuter (Nahrungsergänzungsmittel), die die Doshas wieder in das individuelle natürliche Gleichgewicht bringen sollen
  • Manuelle Therapie: Ayurvedische Massagen und ähnliches 
  • Panchakarma-Therapie: Ausleitende Verfahren & Reinigungskur 

Im Ayurveda ist es die Hauptaufgabe des Arztes, zu beraten, zu begleiten, zu motivieren und zu betreuen. Dies sollte kompetent und individuell geschehen. Bei schon sehr lange bestehenden Hauterkrankungen kann es notwendig sein, pathologische Krankheitskomplexe über einen längeren Zeitraum mit pflanzlichen Zubereitungen und einer entsprechenden Diät zu lösen. Dann beginnt die eigentliche, reinigende und ausleitende Therapie – bevorzugt in einem Panchakarma-Therapieverfahren. Besteht die Hauterkrankung noch nicht sehr lange, kann auch gleich ein Panchakarma-Verfahren indiziert sein. 

Europäisches Institut Für Ayurveda-Medizin (EIFAM)
Togostr. 1, 13353 Berlin

Anmeldung zur kostenfreien Konsultation für Hauterkrankungen 

Kontakt und Info unter Tel.: 030 – 35 13 26 50 oder per Mail: This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.  

Anmeldungen bitte direkt hier