Europäisches Institut Für Ayurveda Medizin
Ayurveda Kochkurs Ayurveda als Integrativ Medizin

Ayurveda-Fachworkshop / 31.03. - 06.04.2018 / Schwerpunkt: Asthma und Allergien / Mit kostenfreier Beratung bei indischen Ayurveda Ärzten

Asthma & Allergien

Entstehung und  Therapie aus ayurvedischer Sicht

Allergien sind immunologische Störfälle. Sie beruhen auf einer Überreaktion des Immunsystems, einer Fehlreaktion des Körpers auf einen harmlosen Reiz aus der Umwelt. Das Immunsystem schießt regelrecht über das Ziel hinaus. Am häufigsten sind Atemwege, Haut und der Magen-Darm-Trakt betroffen. 

Die meisten allergieerzeugenden Substanzen (Allergene) sind Eiweiße oder deren Verbindungen. Sie können sowohl synthetischen als auch natürlichen Ursprungs sein und gelangen über die Atmung als Inhalationsallergene, über die Ernährung als Nahrungsmittelallergene oder über die Berührung als Kontaktallergene in den Körper. Asthma und Allergien gehen mit einer dauerhaft bestehenden Überempfindlichkeit gegenüber bestimmten Substanzen und Umwelteinflüssen einher. Der Grad einer individuellen Toleranz hängt von den eigenen konstitutionellen Anlagen sowie vom individuell erworbenen Gewöhnungsgrad ab.

Dysbalancen der drei Bioenergien als Ursache von Asthma und Allergien

Dem Ayurveda zufolge steuern drei Lebensenergien die innere Intelligenz von Körper und Geist: die sogenannten Doshas „Vata“ (Luft-Raum-Element), „Pitta“ (Feuer- Element) und „Kapha“ (Wasser-Erd-Element). Vata regelt alle Bewegungsabläufe im Körper, sowohl physische als auch psychische. Pitta ist unter anderem verantwortlich für den Stoffwechsel und das Verdauungssystem, Kapha wird auch als „Schleim“ übersetzt und sorgt für Stabilität und Zusammenhalt – sowohl geistig als auch körperlich. Es stabilisiert das Immunsystem mit seinen natürlichen Abwehrkräften und reguliert die Körperflüssigkeiten. Diese drei Doshas sind je nach Konstitution des Menschen individuell zusammengesetzt. Wird das persönliche Gleichgewicht der Doshas durch äußere Lebensumstände gestört, kommt es zur Krankheit. An den spezifischen Symptomen erkennt man, welches Dosha gestört ist. 

Die Ursache der Disharmonie der Doshas liegt meist in einem gestörten Agni (Verdauungsfeuer).  

Im Ayurveda werden auch Asthma und Allergien als Folgeerscheinung einer Dosha-Störung betrachtet. Sie beginnen mit dem Verlust des natürlichen Gleichgewichts der Doshas. Ständig entstehen – bedingt, wie gesagt, durch unsere Lebensweise sowie Fehlfunktionen des Verdauungstraktes – Stoffwechselrückstände und Toxine, im Ayurveda „Ama“ genannt, die sich im Falle von Allergien überall im Körper ansammeln und das Immunsystem durcheinanderbringen. Besonders betroffen sind dabei die Haut und die Ausscheidungsfunktionen innerer Organe. Bei Asthmapatienten sind vor allem die Atemwege geschwächt – Toxine gelangen über  den Blutkreislauf in Brust und Lunge.

 

Asthma, eine Vata- und Kapha-Störung

Nach Ayurveda ist die entscheidende und auslösende Ursache von Asthma und den daraus resultierenden Störungen im Atemprozess eine Störung des Vata- und Kapha-Doshas. Die Gründe für Störungen des Vata-Doshas sind übermäßiger Stress, zu kalte und trockene Nahrung, seelischer Druck, körperliche Überanstrengung, Überarbeitung und zu wenig Schlaf – insbesondere vor Mitternacht. Dadurch akkumuliert sich Vata im Dickdarm und stört dort das natürliche Gleichgewicht, was wiederum zu Störungen im Bereich der Atemwege führen kann. Die Bronchien verkrampfen sich, die Schleimhäute trocknen aus und die Luftzirkulation verschlechtert sich deutlich.

Asthma bronchiale aufgrund von Vata-Störungen zeichnet sich zwar durch Atemschwierigkeiten vorwiegend trockener Natur aus, Vata-Störungen alleine machen allerdings noch kein Asthma bronchiale aus.

Bei Asthma wie auch bei Allergien spielt das Kapha-Dosha die zentrale Rolle. Es reguliert den Wasserhaushalt, ist für Schleimbildung zuständig und steuert damit auch das Immunsystem. Die wichtigste Ursache für ein Kapha-Ungleichgewicht ist ein geschwächtes Agni (wörtlich: Feuer, gemeint ist das Verdauungsfeuer oder auch die Verdauungskraft – und damit letztlich die gesamte Lebenskraft). Hier spielt wieder das Vata-Dosha eine wichtige Rolle, denn ein gestörtes Vata im Bereich des Atmungssystems stört die Verdauung im oberen Teil des Magens und verursacht dadurch wiederum eine Kapha-Störung. Kapha sammelt sich dadurch verstärkt im Magen und fließt durch den Kreislauf in das Atmungssystem, wo es die Bewegung von Vata (Luft) behindert. Am Anfang gibt dies in der Regel erst einmal eine Erkältung, bei längerem Ungleichgewicht können jedoch Bronchitis, Asthma oder Allergien auftreten.

Speziell bei einer Allergie liegt durch ein nicht ausbalanciertes Kapha-Dosha bzw. ein erhöhtes Kapha eine gestörte Abwehrfunktion des Körpers vor. Ein aus dem Lot geratenes Kapha kann zu einer Verschleimung der Bronchien führen. Dabei treten Symptome auf, die Parallelen zum allergischen Asthma aufweisen – Husten, zähflüssiger Schleim sowie pfeifende, schnarrende Atemgeräusche. Typische Auslöser für eine Kapha-Störung sind eine Unterdrückung von Emotionen und Bedürfnissen, zu ölige/fette, süße, schwere Nahrung, zu viel Schlaf, vor allem tagsüber, und Gier, Anhaftung und Besitzsucht.

Viele Gesundheitsprobleme liegen im Verdauungstrakt

Asthma wird durch die Ansammlung von Giftstoffen durch Dosha-Störungen im Verdauungstrakt verursacht. Vor allem durch eine ungesunde Lebensweise entsteht eine Stoffwechselstörung, bei der die Aufnahme der Nährstoffe sowie die Ausscheidung der Abfallstoffe (Stuhl, Urin, Schweiß usw.) gestört sind.

Eine Dosha-Störung allein löst jedoch noch keine Allergie und kein Asthma aus. Das geschieht erst in Verbindung mit einem schwachen Verdauungsfeuer, durch das unverdaute Reste zurückbleiben. Sogenannte Ama (Toxine) werden über den Kreislauf im ganzen Körper verteilt, setzen sich im Gewebe ab und beeinträchtigen dann die Funktion der Organe. Je nach Lokalisation bilden sich spezifische Formen von Allergien oder des Asthmas aus mit der entsprechenden Symptomatik.

Ayurvedische Therapieansätze

In der ayurvedischen Medizin wird der Mensch ganzheitlich betrachtet und ganzheitlich behandelt – und vor allem individuell. Zuerst stellt der Ayurveda-Arzt in einer gründlichen Anamnese die Konstitution (Doshas usw.) des Patienten fest. Im Gegensatz zur klassischen Medizin liegt der Schwerpunkt der ayurvedischen Behandlung nicht darauf, die auslösenden Allergene in Form von einzelnen Molekülgruppen, die von außen über Nahrungsmittel zugeführt werden und auf die der Körper empfindlich reagiert, herauszufinden, sondern fokussiert sich auf die Harmonisierung der gestörten Bioenergien. Die Entlastung und Stärkung der Verdauungs- und Stoffwechselleistung (Agni) spielt in der Ayurveda-Therapie die wichtigste Rolle.

Mit der gestellten Diagnose kann der Arzt mit dem Patienten einen auf ihn abgestimmten Therapieplan erstellen. Für jeden Menschen sieht dieser Plan unterschiedlich aus – trotz gleichem zugrunde liegendem Krankheitsbild.

Gesunde Schleimhäute der Atemwege und des Magen-Darm-Trakts sowie eine intakte äußere Hautbarriere sind anatomische Voraussetzungen für ein allergiefreies Leben. Durch ein „normal“ funktionierendes Verdauungsfeuer werden nicht nur die Dhatus (Gewebe) gesund erhalten, sondern auch Ojas (Immunität), Tejas (Feuer) und Prana (Lebenskraft), die alle für ein gesundes Immunsystem zuständig sind. Bewusste Atmung, starke Verdauung und die monatliche Erneuerung der Oberhaut sind dafür physiologische Garanten. Erfolgreiche Stressbewältigung stellt die psychologische Grundlage dar. Zur Behandlung von Asthma und allergischen Krankheiten kommen im Ayurveda daher folgende Therapien zum Einsatz:

  

  1. Ernährungstherapie (Ahara)
  2. Ordnungstherapie (Vihara)
  3. Ayurveda-Nahrungsergänzungen (Rasayana-Therapie)
  4. Ausleitungsverfahren (Shodhana)
  5. Psychosomatik (Sattvavajaya)
  6. Yoga-Übungen
  7. Panchakarma-Reinigungskuren 

Das Herzstück der hocheffektiven Asthmatherapien ist die klassische ayurvedische Reinigungskur: Panchakarma. Sie ist heute aktueller denn je, denn sie befreit den Organismus nicht nur tiefgreifend von Stoffwechselrückständen, sondern gleichzeitig von belastenden Umweltgiften, die Ayurveda und moderne Medizin als eine der Mitursachen für die weltweite Zunahme von Asthma ansehen. 

Fazit:
Aus ayurvedischer Sicht  kann man generell davon ausgehen, dass eine allergische Reaktion gar nicht oder nur schwach ausfällt, wenn die Doshas nach der individuellen Konstitution im Gleichgewicht sind (Prakriti). Bei einer Störung der Doshas (Vikriti) jedoch wird die allergische Reaktion deutlich stärker ausfallen.

Sollte das Agni stark sein, wird auch bei einem Vikriti-Zustand die allergische Reaktion schwächer ausfallen. Agni stellt die erste Schutzbarriere gegen potentielle Allergene dar.

Generell empfiehlt sich eine Darmreinigung, da hierdurch sämtliche Doshas an ihren Wurzeln gestärkt werden. Daher ist es immer sinnvoll, eine Panchkarma-Kur durchzuführen, welche die überschüssigen Dosha-Energien entfernt und somit den Zustand der Prakriti, der natürlichen Konstitution, wiederherstellt. Danach wird es auf jeden Fall leichter, eine noch weiterhin bestehende Allergie zu behandeln. 

Autor:  Prof. Shrikant Sharma und Vaidya Kiran Naik 

Professor Dr. Shrikrishna Sharma ist Abteilungsleiter für klinische Diagnose des National Institute of Ayurveda der indischen Bundesregierung Jaipur.

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