Europäisches Institut Für Ayurveda Medizin
Ayurveda Kochkurs Ayurveda als Integrativ Medizin

Ayurveda Fachworkshop 2016– Mit Schwerpunkt: Reizdarm

Laut Ayurveda beginnt das Reizdarmsyndrom mit dem Verlust des natürlichen Gleichgewichts. Das Reizdarmsyndrom (RDS) oder kurz Reizdarm stellt eine Gruppe funktioneller Verdauungsstörungen dar, die bis zu 50% der Besuche beim Gastroenterologen (Magen-Darm-Spezialist) ausmachen.

 

Reizdarmsyndrom gilt als psychosomatische Störung, also ein Erkrankung wo Körper und Psyche einander beeinflussen. „RDS" ist eine häufig funktionelle Störung des Verdauungstraktes ohne fassbare organische Ursachen. Es ist durch immer wiederkehrende Bauchbeschwerden wie Schmerzen, Stuhlunregelmäßigkeiten und Blähungen gekennzeichnet. Die genaue Ursache der Erkrankung ist bisher nicht ausreichend bekannt. Frauen sind häufiger betroffen als Männer

Der Nachweis von Reizdarm wird mittels Stuhlprobe, Koloskopie, Test auf Laktose-intolleranz und Entzündungsparameter geführt. Die Auslöser von RDS sind bisher nicht abschließend geklärt.

Die Behandlungsmöglichkeiten sind eingeschränkt, aber die Modemedizin, sieht diese Erkrankung als ungefährlich, wenngleich auch unangenehm an – nicht so Ayurveda:

Die drei Doshas – Vata, Pitta und Kapha, auf denen die ayurvedische Medizin grundlegend basiert – sind verantwortlich für die anatomischen und physiologischen Aktivitäten im Körper. Ihre Harmonie untereinander ist entscheidend für die Gesundheit eines Menschen. Sie entspringen den fünf Elementen Erde, Wasser, Feuer, Luft und Äther.

Doshas sind keine körperlichen Substanzen, sondern höchst dynamische Kräfte, die alle biologischen und psychischen Prozesse unseres Körpers, unseres Geistes und unseres Bewusstseins steuern. Das Gleichgewicht dieser Kräfte im Menschen ist für seine Gesundheit und Lebenskraft entscheidend.

Die Verdauung gilt in der Ayurveda-Heilkunde als sehr komplex – und wird ausführlicher dargelegt als in jeder anderen Naturheilkunde. Sämtliche Stoffwechselvorgänge im Körper eines Menschen werden von Vata, Pitta und Kapha bestimmt.

Stoffwechsel (Agni)- „Lebensfeuer“

Agni ist unser Verdauungsfeuer (Antaragni), die Lebensflamme, die von den drei Doshas reguliert wird. Sie verwandelt Nahrung in körpereigene Energie- und Strukturbausteine.

Agni hat seinen Hauptsitz im Oberbauch, ist jedoch auch in jeder Zelle vorhanden. Jeder Mensch verfügt mit Agni über einen ganz individuellen Stoffwechsel. Entsprechend seiner Konstitution.

Agni ist auf drei Ebenen wirksam und wird deshalb in drei Arten unterteilt:

  1. Verdauungsfeuer (Jatharagni): bewirkt die anfängliche Verdauung und steuert die Aufspaltung der Nahrungsmittel in verwertbare Nährstoffe und nicht verwertbare Abfallprodukte.
  1. Elementefeuer (Bhutagni): spalten die Nahrung in die einzelnen Elemente auf.
  2. 7 Gewebefeuer (Dhatvagni): transformieren die Nährstoffe im Gewebeumwandlungsprozess. 

Agni ist nicht nur der zentrale Faktor, der über Verdauung oder Verdauungsstörung entscheidet, Agni ist der Funke, der alle Stoffwechselprozesse des Körpers initiiert. Sehen, der Glanz der Haut, Lust oder Unlust, Kontrolle der Körpertemperatur und schließlich Mut oder Feigheit, Glück oder Trauer, Wissen oder Ignoranz unterstehen dem entscheidenden Einfluss von Agni. Daher haben Störungen von Agni so weitreichende Auswirkungen über Körper, Geist und seelische Verfassung eines Menschen. In diesem Sinne steht jede Krankheit mehr oder weniger in Verbindung mit einer Disharmonie unseres Verdauungssystems. Die typengerechte Regulierung von Agni ist ein zentrales Thema in jeder ganzheitlichen Ayurveda-Therapie. 

Ayurveda ist tief davon überzeugt, dass fast alle inneren Krankheiten aufgrund einer Agnifehlfunktion entstehen. Daher sollte man sich immer seines Agnizustandes bewusst sein, um alle Ursachen zu verhindern, die uns davon abhalten ein gesundes, glückliches und fruchtbares Leben zu führen.

Bei einem Dosha-Ungleichgewicht ist Agni dementsprechend geschwächt und es kommt zur Bildung von Ama  (toxischen Stoffwechselgiften und über längere Zeit hinweg zu Krankheiten:

  • bei Kapha Dominanz: Stoffwechsel wird träge und langsam, Völlegefühl, Müdigkeit
  • bei Pitta Dominanz: Entzündungen im Magen und Darm, Geschwüre, Sodbrennen
  • bei Vata Dominanz: Blähungen, Verstopfung 

Therapeutische Maßnahmen aus ayurvedischer Sicht

Es ist wichtig, dass der Weg zur Gesundung auf allen Ebenen stattfinden muss. So kann bei Reizdarm z. B. die Ausleitung von Toxinen sowie die Balancierung der täglichen Nahrung im Vordergrund stehen. Wichtig ist, die natürlichen Regulationsprinzipien wieder in ein notwendiges Gleichgewicht zu bringen.

Ernährungsempfehlungen, hilfreiche Übungen sowie spezielle Kräutermischungen – alles eigens für Sie zusammengestellt – helfen bei einer bewussteren Lebensführung. Damit Ihre natürlichen Selbstheilungskräfte wieder eine regelmäßige Stuhlentleerung ermöglichen.

Die ayurvedische Anschauung von Therapie ist sehr umfassend und individuell. Ausgehend von den skizzierten Zusammenhängen über die Entstehung von Krankheiten umfasst die ayurvedische Therapie folgende Bereiche:

Erstens Gesundheitscheck,Konstitutionsbestimung, Ernährung, zweitens allgemeine Lebensführung und erst an dritter Stelle stehen medikamentöse und physikalische Maßnahmen.