Europäisches Institut Für Ayurveda Medizin
Ayurveda Kochkurs Ayurveda als Integrativ Medizin

Verdauungstrakt Probleme- Ursprung alle Erkrankungen : Ayurveda


Pachan ist das Sanskrit-Wort für Verdauung. Eine gute Verdauung ist die Basis für gute Gesundheit. Es gibt zahlreiche Faktoren, die die Verdauung beeinflussen. Einer der wichtigsten Faktoren ist die Qualität der Lebensmittel die wir essen.

Ebenso wichtig ist aber auch eine Ernährung gemäß der Konstitution des Körpers, der Jahreszeiten, der richtigen Zubereitungsart, dem Hungergefühl und der Verdauungskraft. Letztlich beeinflusst auch der Lebensstil die Verdauung, vor allem in Phasen der Stressbewältigung. Im Ayurveda hat die Verdauung einen sehr hohen Stellenwert für die gesamte Gesundheit, wobei die ayurvedische Betrachtungsweise der Verdauung von der allopathischen (schulmedizinischen) Verdauungsphysiologie abweicht.Es werden keine Enzyme oder einzelnen Organe untersucht, sondern das Zusammenspiel der Doşas (Bioenergien) mit Agni (dem Verdauungsfeuer) und das Entstehen gesunder Gewebe (Dhātus). Sind die Doşas im Ungleichgewicht, treten unterschiedliche Beschwerden auf. Alle Doshas befinden sich , vor allem im Verdauungssystem.

In den alten Schriften der Veden wird gesagt, dass alle Krankheiten durch ein Ungleichgewicht im Agni entstehen, was nochmals auf den Einfluss der Verdauung auf unser gesamtes System hinweist und ist damit ein wichtiger Wegzeiger für unsere Gesundheit. Das Sanskrit-Wort "Agni" bezeichnet die feurige metabolische Energie der Verdauung, die verantwortlich für die Erzeugung von Wärme und chemischer Energie im menschlichen Körper ist.


 

Im Ayurveda wird die Verdauungskraft als Agni bezeichnet, die dafür sorgt, dass aufgenommene Nahrung zerlegt und absorbiert wird und diese dann in körpereigenes Gewebe umgewandelt wird. Agni ist auch ein Teil des Immunsystems. Mit seiner Hitze zerstört es schädliche Organismen und Toxine. Einfach gesagt, wenn Agni schwach ist, gibt es nicht genügend Verdauungskraft für den Stoffwechsel. Die Krankheitsentstehung Nach der ayurvedischen Auffassung besteht der Körper hauptsächlich aus den sieben Gewebearten Rasa (Plasma), Rakta (Blut), Mamsa (Muskelfleisch), Meda (Fettgewebe), Asthi (Knochengewebe), Majja (Knochenmark), Shukra (Fortpflanzungsgewebe - Samen und Eizellen). Rasa, die Nahrungsessenz, passiert alle Gewebe. In jedem findet die für das jeweilige Gewebe notwendige Umwandlung von Rasa durch Agni statt, so dass jedes einzelne Gewebe aus Rasa aufgebaut wird. Eine schwache Verdauungsfeuers (Agni) führt zur Störung der Verdauung und bildet Ama (Toxine). Ama - Toxine Die halbverdaute Nahrung führt außerdem zur Bildung von Āma, das sich im ganzen Körper absetzen und zu weiteren Erkrankungen führen kann. Āma ist z.B. Nahrung, welche auf halber Strecke liegen geblieben ist und vor sich hingärt. Āma ist feucht, kalt, schwer, klebrig und vergleichbar mit „Schlacke“ .Die Ursache für die Entstehung von Ama und damit verbundene Erkrankungen liegt immer in einem gestörten Agni und damit bei der Verdauung! Die Ursachen für eine schlechte Verdauung können ein geringes Verdauungsfeuer (Jadhara Agni), eine zu geringe oder zu hohe Nahrungsaufnahme, eine Ernährung, die nicht der Konstitution, den Jahreszeiten oder dem Hungergefühl entspricht, eine Nahrungsaufnahme zu ungeeigneten Tageszeiten sein. Eine schlechte Verdauung führt zu einer ungünstigen Zusammensetzung des ersten Gewebes (Rasa). Diese schlechte Zusammensetzung wird im Ayurveda als Ama (Giftstoffe, Toxine) bezeichnet. Ama passiert, ebenso wie Rasa, alle Gewebe. Im Gegensatz zu Rasa verursacht Ama eine Störung in den Geweben. Abhängig von der Ama- (Toxine) Menge können sich im gleichen Gewebe unterschiedliche Erkrankungen bilden. Ama kann in jedem beliebigen Gewebe sein und Krankheiten verursachen.


Im Laufe der Zeit gelangt Ama von einem Gewebe in das nächst tieferliegende. Dieser Vorgang führt zu verschiedenen Erkrankungen in jedem Gewebe. Je tiefer die Giftstoffe bereits eingedrungen sind, desto chronischer ist der Krankheitsverlauf. Störungen in der ersten Gewebestufe (Rasa), äussern sich als Anorexie, allgemeines Schwächegefühl, Schwindel, Verdauungsstörung, Verstopfung, Erbrechen oder Fieber. Störungen in der zweiten Gewebestufe (Rakta) bewirken Erkrankungen des Blutes, Hauterkrankungen oder andere Erkrankungen, die auf einer Pitta-Störung beruhen, wie Entzündungen und Nahrungsmittelallergien. Gelangen Ama in das nächst tiefer liegende Gewebe, also vom Blutgewebe ins Muskelgewebe (Mamsa), treten Erkrankungen auf, die auf einer Kapha- Störung beruhen, wie Tumore, Störungen im Bindegewebe wie Myome und Zysten. Bei Eindringen das Ama in das nächst tieferliegende Fettgewebe (Meda), können Krankheiten entstehen, die auf einer Kapha-Störung beruhen, wie Übergewicht, Adipositas oder Diabetes. Das weitere Eindringen von Ama zum Knochengewebe (Asthi), kann die auf einer Vata-Störung beruhende Erkrankungen der Knochen, der Gelenke und des Nervensystems wie z. B. Osteoporose, Arthritis oder Ischialgie führen. Das weitere Eindringen der Ama in das Knochenmarksgewebe (Majja) verursacht dort Erkrankungen des Gehirns, Alzheimer, Parkinson, Epilepsie oder Gehirntumore. Zuletzt wird durch Ama die Immunität (Shukra) gestört, wodurch Immunmangelkrankheiten, wie Unfruchtbarkeit, chromosomale Erkrankungen, kindliche Fehlbildungen oder geringe Zeugungskraft ausgelöst werden können. Nach der ayurvedischen Auffassung verursacht das angesammelte Ama in manchen Fällen nur in jenem Gewebe eine Krankheit, das bei der betroffenen Person geschwächt ist. Störung der Verdauung Bei jeglicher Verdauungsstörung müssen das entsprechende Doşa (Vāta, Pitta, Kapha) behandelt und Agni reguliert werden. Welches Doşa betroffen ist, erkennt man an der Art der Verdauungsstörung in Kombination mit dazugehörigen Allgemeinsymptomen. Den Zustand des Agni kann man am Puls ertasten. Behandlungsziel Die Therapie sollte individuell auf Konstitution und Erkrankung abgestimmt werden. Jeder medizinischen Ayurveda-Behandlung, wie der Behandlung mit Medikamenten (Shamana) oder Panchakarma-Kur (Sodhana) geht eine Erstanamnese voraus.

Bei dieser bestimmt der Ayurveda-Arzt den Konstitutionstyp des Patienten und stellt einen. individuellen Behandlungsplan auf. Der Arzt gibt außerdem Ratschläge für eine gesündere Ernährungs- und Lebensweise. Der behandelnde Arzt muss die Symptome des Patienten bestimmen und feststellen, welches Gewebe gestört ist, welches Dosha (Kapha, Pitta, Vata) dafür verantwortlich ist und wie hoch die Menge an Giftstoffen im Gewebe ist. Ziel jeder Ayurveda- Behandlung ist es, die Giftstoffe aus den tiefen Geweben entgegengesetzt dem Nahrungsweg wieder zurück zum Verdauungstrakt zu bringen und auf diese Weise den Körper zu reinigen. Um den erreichten Gesundheitszustand möglichst lange zu erhalten, wird nach der Panchakarma (Reinigungsbehandlung) eine ayurvedische Ernährungsweise empfohlen, die hilft, das Immunsystem zu stärken, Schwachstellen wieder aufzubauen. Sie kann auch verjüngende Effekte haben.
von Dr. Sunil Kaura EIFAM Europäisches Institut Für Ayurveda Medizin, Togo Str.1,13351 Berlin, This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. .